Wer kocht denn da?

Bale (13)

Schon einmal Buddha’s delight gegessen? Das ist ein würziges Wok-Gericht mit Gemüse und gebratenem Tofu und die Inspirationsquelle für den Namen meines Blogs, denn delight heißt Wonne – ein schönes Synonym für Freude, weil ich finde, dass in diesem Wort der Genuss mitklingt, und darum geht es hier. Ich koche und backe mit Freude und esse mit Wonne.
Bereits als Kind habe ich in der Gartenhütte den Kochlöffel geschwungen und aus Erde, Tannennadeln, Blättern und anderen Delikatessen optisch durchaus Ansprechendes gezaubert. Es blieb allerdings – glücklicherweise – beim Augenschmaus. Nach einigen Jahren in der Beobachterposition („Mama, wann gibt es endlich Essen?“) fand ich gegen Ende meiner Gymnasiumskarriere wieder in die Küche und die Leidenschaft wuchs. Im Jahr 2014 zog ich vom schönen Mühlviertel nach Graz, um Germanistik zu studieren. Wenn ich nicht an der Uni bin, sitze ich am Schreibtisch, mache Sport oder stehe in der Küche. So sehr mich mein Studium begeistert, sind Kochen und Backen trotzdem meine Lieblingsbeschäftigungen – meine Wonne eben. Tatsächlich interessieren mich aber auch Tätigkeiten, die nichts mit Essen zu tun haben. Literatur zum Beispiel. (Nein, damit meine ich jetzt nicht Kochbücher. Die behandle ich so wie früher meine Bilderbücher: immer wieder ansehen und immer wieder hocherfreut sein.) Ich bin eine eifrige Leserin, vor allem von Weltliteratur und Zeitgenössischem. Und was den Sport betrifft: Wer gerne gut isst (also jeder) sollte sich auch bewegen.

Meine Küchenphilosophie

Ein guter Lebensstil beginnt in der Küche. Unter gut verstehe ich grundsätzlich gesund, aber trotzdem mit allem, was das Herz begehrt. Bei mir ist das Schokolade und Kuchen. Außerdem ist mir die Natürlichkeit von Lebensmitteln ein Anliegen. Daraus habe ich meine Küchenphilosophie entwickelt.

  • Selbermachen: Ich will wissen, was ich esse. Deshalb mache ich vieles selbst, was im Normalfall gekauft wird – zum Beispiel Brot, Nudeln, Granola (Knuspermüsli). Das ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber es lohnt sich allemal
  • Regionalität und Saisonalität: Jeden Samstag decke ich mich am Bauernmarkt mit Gemüse, Eiern, Käse und gelegentlich mit Honig ein. Das ist ein ganz anderes Einkaufsgefühl als im Supermarkt und man wird sich dessen bewusst, was es wann in Österreich gibt. Diese Produkte haben eine kurze Anreise aus der Gegend hinter sich und belasten dadurch die Umwelt minimal. Außerdem sind sie schlicht und einfach köstlich.
  • Dinkel: Ich verwende ausschließlich Dinkelvollkornmehl und Dinkelmehl Type 700. Warum, das könnt ihr hier nachlesen.
  • Rohrohrzucker: Ich habe viel mit zuckerfreien Mehlspeisen – auch mit veganen – experimentiert, aber das Ergebnis ist einfach weniger authentisch. Wenn ich backen, dann also mit Zucker, aber nicht mit Rübenzucker, sondern mit dem „gesünderen“ Rohrohrzucker, und ich reduziere die Zuckermenge von gewöhnlichen Rezepten stets um ein Drittel. Staubzucker verwende ich nur zum Bestreuen oder wenn es unvermeidbar ist. Eine Ausnahme sind Brownies. Dafür braucht man unbedingt Muscovadozucker bzw. Braunzucker.

Sarah’s greatest delights

Wenn man mich fragen würde, auf welche Lebensmittel ich nicht verzichten könnte, würde ich ohne Zögern Joghurt und Obst nennen. Ein Tag ohne Joghurt bereitet mir ähnliche Qualen wie passionierten Kaffeetrinkern ein Tag ohne Kaffee. Am Markt kaufe ich jeden Samstag fast vier Kilo Äpfel (am liebsten die säuerlich-saftigen Topas), aus Angst, sie könnten nicht die ganze Woche reichen.
Was ausgezeichnet zu Joghurt und Obst passt, ist Granola. Darauf habe ich mich im Laufe der Zeit spezialisiert, mein eigenes Grundrezept und davon ausgehend verschiedene Sorten zusammengestellt. In der Vorratskammer stehen immer zwei gewaltige Gläser, eines mit Schoko-Haselnussgranola und eines mit einer anderen Sorte, damit ich nicht zu viel Schoko esse, denn Granola kommt bei mir fast jeden Abend auf den Tisch.
Somit bin ich schon bei Schokolade angelangt. Wichtiges Thema, denn ich LIEBE Schokolade so sehr, dass es mich größte Anstrengung kostet, den Konsum in einem vernünftigen Maß zu halten. Schoko ist aber nicht gleich Schoko. Meine Liebe gilt ausschließlich der Schokolade des steirischen Chocolatiers Zotter.

Ich bin ein Genussmensch und bereit, jede Menge Aufwand zu betreiben, um mir Genuss zu verschaffen. Auf Instagram ist täglich zu sehen, was dabei herauskommt. Alltagsstress oder Herzschmerz – in der Küche findet sich für alles ein Gegenmittel. Wenn das Leben wieder einmal vorbeirauscht, dass einem Hören und Sehen vergeht, ist es wichtiger denn je, sich Verschnaufpausen zu schaffen. Das hier ist ein Universalrezept: Man nehme sich eine halbe Stunde Zeit, stelle alle Hektik auf Standby, setze sich an den Tisch und gönne sich in aller Ruhe etwas, wovon man weiß, dass es ein Wohlgefühl auslöst, das sich vom Mund in den ganzen Körper verbreitet. Nicht nur der Magen gehört gefüttert, sondern auch das Gemüt. Wie das funktioniert, damit beschäftige ich mich seit Jahren und darum geht es hier auf Sarah’s delight.

Ich lade euch zum Stöbern, Gustieren und vor allem zum Ausprobieren ein. Übrigens bin ich sehr neugierig und würde mich freuen, wenn ihr eure Küchengeschichten mit mir teilt – per E-Mail (s.helmanseder@gmx.at), auf Facebook oder direkt in den Kommentaren.

Alles Liebe und viele Genussmomente wünscht euch
Sarah

 

 

 

 

Advertisements